„Nicht der Verbrenner ist das Problem, sondern die fossilen Brennstoffe“

VDMA/Teichmann

Der Maschinen- und Anlagenbau sucht auch in Zeiten der Corona-Pandemie seine Chancen. VDMA-Präsident Karl Haeusgen spricht dazu im Interview mit dem „Tagesspiegel“ über Handelspolitik, das Lieferkettengesetz und den Verbrennungsmotor.

VDMA-Präsident Karl Haeusgen schaut grundsätzlich positiv nach vorne. Er ist zuversichtlich, dass es aufwärts geht und sich die Auftragslage im Maschinen- und Anlagenbau bessern wird. Einen wichtigen Anteil daran wird das stark anlaufende China-Geschäft haben und auch von Konjunktur-Programmen in den USA und der EU können Unternehmen aus dem Maschinenbau profitieren.

Grund für Euphorie gibt es dennoch nicht. Dafür sind die Herausforderungen zu groß und vielzählig: die Bewältigung der Corona-Krise, der systemische Gegensatz zwischen USA und China als wichtigste globale Akteure sowie die Bedrohungen durch den Klimawandel. Auf die Frage, ob der neue US-Präsident Joe Biden die Welt nun in ein besseres Fahrwasser bringen wird, sagt Haeusgen:

„Er kennt die Bedeutung von Klimaschutz und multilateralen Partnerschaften. Das ist wiederum eine große Chance für den Maschinen- und Anlagenbau, ohne den die Transformation von Industrie und Verkehr nicht gelingen wird.“

Es gibt viel zu tun
In Europa und Deutschland stehen ebenfalls zahlreiche wichtige Themen auf der Agenda. Noch immer gibt es kein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA  und in Deutschland wehrt sich der Maschinen- und Anlagenbau gegen politisch starre Technologievorgaben für die Mobilität der Zukunft. „Nicht der Verbrennungsmotor ist das Problem, sondern die fossilen Brennstoffe. Ich bin dagegen, einen Motor zu verbieten. Es verkürzt die Diskussion und wäre sogar klimaschädlich, weil man klimanützlichen Technologien, die mit dem Kolbenmotor verbunden sind, den Massenmarkt abschneiden würde“, betont Haeusgen.

"Nicht der Verbrennungsmotor ist das Problem, sondern die fossilen Brennstoffe. Ich bin dagegen, einen Motor zu verbieten."

Das Lieferkettengesetz macht dem VDMA-Präsidenten ebenfalls Sorgen. Die Relevanz des Themas ist unbestritten, doch die geplante Umsetzung in Deutschland kritisiert Haeusgen deutlich:

„Es wäre wirklich toll, wenn wir ein Sorgfaltspflichtengesetz bekämen, das realistische und umsetzbare Vorgaben macht. Ein Gesetz zu machen, das aufgrund seiner Realitätsferne nicht die Akzeptanz der Wirtschaft findet, verfehlt seine Ziele.“

Das gesamte Interview mit VDMA-Präsident Karl Haeusgen lesen Sie hier

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